Schwarzlicht

Schwarzlicht

18.01.2011, Vernissage. Krakauer Turm, Nürnberg

 

 

Ein Abend im Krakauer Turm. Musik in den Farben.

Ein Abend im Krakauer Turm
Musik in den Farben„Für die Bilder soll man Geschichten haben – Die Bilder, wie sie entstehen – Irgendwie, was die Bilder sind ; warum macht der Maler überhaupt so etwas“,
bittet der Maler mich, etwas auf deutsch für die Präsentation im Internet zu schreiben.http://www.krakauer-turm.de/ Diesen Brief, als

Antwort auf seine Frage, möchte ich die Zbinjek heute Abend überreichen, indem ich die vielen Gespräche, mit dem Maler, auf den Baustellen für uns Publikum zusammenfasse.WIR beschreiten statt des intellektuellen, den liebevollen Weg im Umgang mit der Bewunderung.

Krakauer Haus

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Nürnberg

Nürnberg

 

Jani der Maler fragt mich jedes-Mal zu Beginn eines jeden Kontaktes „..und was Neues gefunden..“ – Und so neu wie für ihn eine Vernissage ist werden WIR heute Abend dem, was WIR bisher Kunst nennen, begegnen.
Ich darf zu Beginn einen Begriff einführen. den Begriff der „Besseren Hälfte“. Ihr Schmunzeln zeigt erkennendes Verständnis – Diese „Bessere Hälfte“ sind WIR, das Publikum.
WIR sind die Antwort, das „WARUM macht der Maler über-Haupt so etwas.“ der vorangestellten Bitte des Malers.
Und der, diesen Abend, begleitende Text möchte die Lebendigkeit UNSERER Antwort des WARUM öffnen. Ein Bild ist Stumm und doch kann ich es mit tausenden von Eindrücken umschreiben.
Ein Bild ist leise und doch kann es in mir eine wahre Welt von Farb-Klängen eröffnen.
Ein Bild ist passiv und doch kann es mir eine Unmenge Erfahrungen erzählen.
Ein Bild ist das Tor zu einer Welt, die mir für einen kurzen betrachtenden Moment geöffnet ist.
Ein Bild trägt in sich zwei Welten, die eine ist das aktive Erleben, das Verweilen, sein Erzählen die unmittelbare Wirkung, die das Bild auf mich ausübt , und doch kann ich es, interpretierend zerlegen, beschreibend seine Inhalte herauslösend, in Worte fassen und in Klänge mischen.
Ein Bild, lädt in kurzer Weise des Augenblicks zu einem Verweilen ein; einem Ablenken in meine eigene Welt, die in mir zu einem Raum erklingt.

Krakauer HausBilder sind Instrumente, die im Betrachter erklingen.
Der Betrachter nimmt die Position des Malers vor dem Gemälde ein.
Als ein Maler wäre ich der Schöpfer von Gemälden für seine „Bessere Hälfte“.
Ein Maler vertraut immer seiner „Besseren Hälfte“. Und diese Bessere Hälfte ist immer der Betrachtende, der sich dem Bild zuwendet.
Als Maler im Schaffens-/Werks-Prozess wäre ich der erste Betrachter und damit der erste Mensch, dem sich sein Werk vorstellt.
Ein Gemälde ist niemals vollendet, es lebt durch MICH den aufmerksamen Betrachter auf, beginnt das eigene sinnliche Erleben, den Raum, jedes Mal neu durch mich zu erfahren. Den Raum, den ich durch meine ureigene Betrachtung in Worten und Gedanken dem Werk verleihe.
Gemälde rufen Gefühle wach.
Und diese Gefühle ruhen in UNS, bis sie wachgerufen werden.
Mit meiner Beschreibung versuche ich UNS zu vermitteln, das die Abwesenheit des Malers an einem präsentierten Bild, den Betrachter an die Stelle des Malers zieht. – Erst die Lebendigkeit des Dialoges zwischen malendem Beobachter und Gemälde öffnet das Werk.

Erst das Publikum führt den Schaffens-Prozess des Künstlers fort in den erklingenden Raum „Kunst zu sein“.
Der Maler ist heute ein Teil des Publikums.
Bitte verstehen Sie mich genau. Das Publikum verweilt heute vor dem Bild in der Position des Malers.
Jetzt präsentieren sich die Werke. Und die Werke werden in UNS etwas auslösen, das UNS veranlasst aktiv etwas mit den Bildern gemeinsam zu erleben. WIR fügen einem farbigen Stück Leinwand einen Teil von UNS hinzu. Dieses „Etwas“ ist in der Philosophie „anima“ Ge-nannt, „Etwas“ erscheint in der persönlichen Welt als „Lebendigkeit“, die ein ursprünglicher An-Teil UNSERES Lebens ist.
Wir stehen vor der Leinwand, mit der Aufgabe UNSEREN Anteil hinzuzufügen. – Und genau-so geschieht es auch während des Malens.
Spreche ich im Folgenden von „WIR“ „und „UNS“ so werde ich den Betrachter in seiner Vielheit benennen und für UNS als das gemeinsame Publikum der ausgestellten Gemälde sprechen.
Das Publikum, das ich meine „Bessere Hälfte“ nenne. Denn erst in UNS erwacht ein Kunstwerk jedes Mal aufs Neue zu einem einmaligen Augenblick in einen Prozess der Lebendigkeit.
Der Maler ist das erste Publikum für ein Gemälde.
Gemeinsam; als das Publikum eines jeden einzelnen Werkes, verfügen WIR über mehr Fähigkeiten eigenständig und unabhängig künstlerisch zu erleben, als es je ein Künstler manuell in seine Werke einarbeiten könnte.
Genau beobachtet schlummern in UNS als Betrachter mehr mögliche Eindrücke, als je ein einzelnes Werk wachrufen könnte. Erst durch das vertiefte Erleben verschmelzen die EIgenschaften von Gemälde und UNS, dem Publikum.
Genaugenommen können WIR hier kein „getrennt-sein“ erleben, sondern müssen von etwas Neuem, etwas Gemeinsamen sprechen.
Könnte ich als Maler diese Gemeinsamkeit in Worte fassen, wäre die Ausstellung in diesem Augenblick zu Ende. – Doch …
WIR verweilen vor der Fläche, die UNSERE Augen gefangen nimmt.
Dabei sprechen ausschließlich Gedanken die Sinne an . Mit der zunehmenden Versenkung in den jetzt still-stehenden Moment beginnt das Gefühl den einen Augenblick festhalten zu wollen.

Das Bild hält UNS für einen Augenblick gefangen, der ewig fortbestehen kann, sooft WIR ihn in UNS wachrufen.
Dieser verweilende Moment ist das Geschenk eines Bildes, das in UNS aufblüht und WIR erleben, warum ausgerechnet Gemälden ein vielfaches an Raum in Ausstellungen gewidmet ist. Sie eröffnen unvermutet, bewegt klingend, blühende Welten in UNS.
WIR hören im Moment Worte, die jetzt in UNS erklingen, unabhängig, ob es vor-gesprochene oder selbst-gelesene sind.
Möchte ich dem Betrachter die Farben der Musik beschreiben, so verwende ich wiederum Worte, verwende jetzt ein übergreifendes drittes Medium zum Transport von Information und bemerke:
Krakauer TurmDas Wort schleicht sich in das Motto als Ausstellungs-Beschreibung .
Bilder kündigen sich mit Worten an. –
Entweder läuft etwas verkehrt, da WIR immer wieder ein anderes Medium verwenden um ein einmaliges Erkennen in Gemälden zu beschreiben,
oder WIR sollten bescheiden anerkennen, das die scheinbare Trennung UNSERER vermittelnden Medien weitestgehend eine Gesamtheit beschreibt.
Aus dieser Gesamtheit kann ich mich als „Person“ abwenden, das Werk verneinen und meine Teilnahme aktiv beenden. Ein Vorgang, der an der Ganzheitlichkeit der Form mit der WIR unsere Wahrnehmung gestalten keine Veränderung hervorruft.
In jedem von UNS, der in Summe das Publikum eines Werkes darstellt, lösen diese jetzt aus- und anklingenden Worte eine individuelle Gesamtheit von Eindrücken aus.
Sprechen WIR von den Farben der Musik, so setze ich bei meinem Zuhörer voraus, das er durch das Erklingen meiner Worte ein räumliches Klangbild in sich erschaffen kann.
Präzise gesprochen, setzte ich von dem Mensch mir gegenüber voraus, das alle Möglichkeiten, des Zugangs zur Kunst, bereits in meinem Gegenüber bestehen, um aus dem Gehörten, Gesehenen und Gesprochenen eine individuell gefühlte Komposition zu gestalten.
Das Publikum als sprechender Maler.
Als Publikum in der Position des Malers ist es jetzt UNSERE Aufgabe, diese Eigenschaft des Werkes nur präziser zu formen ; den Betrachter intensiv anzusprechen, um in der Seele des Publikums eine Komposition erklingen zu lassen, UNS zur Lebendigkeit hin zu erwecken.
Der arbeitende Maler, stellt lediglich ein Rezept zur Verfügung, um für jeden Betrachter ein, in ihm einzigartiges, bewegtes „Ich bin dabei!-Werk“ erklingen zu lassen.
Das Verfolgen des „Klanges im Bild“ erfolgt durch den Betrachter in MIR,; sprachlos, wortlos. Nahezu willenlos.
Lasse ICH MICH auf das Experiment EIN, nur noch Betrachter zu sein, so rage ICH mit meinen Sinnen in das bestehende Werk, das mich distanzlos umfängt .
Fast möchte ich betonen, das ich mit dem Werk für einen Augenblick eines kurzfristigen Jetzt intensiv verschmelze, ohne mich als Betrachtender zu verlieren.
Beginne ich rückwirkend das Werk mit einem Menschen zu teilen verwende ich wiederum den Klang des Wortes um Farben ihre Nuancen und Wirkungen zu beschreiben.
Ein bedeutender Anteil des in mir verbleibenden Eindruckes eines Kunstwerkes, entzieht sich der Möglichkeit der Mitteilung an einen mir gegenüberstehenden Menschen.
Der Maler spricht zum Publikum.
Als Maler lasse ICH das Publikum ungern alleine mit seiner Erfahrung.
Deshalb sage ich, das der Kunst genießende Betrachter dem Bild das letzte Detail hinzufügt. Eben der Teil, der im Publikum, schlummert.
Das WIR vollendet das Gemälde durch das Betrachten mit allen Sinnen.
Auch der Maler wird der Ausstellung heute keine weitere Farbe hinzufügen und verschmilzt somit selbst ein Teil des Publikums in die Rolle des Betrachters,. ER genießt es, dem WIR einzelner Menschen des Publikums anzugehören.
WIR werden in den folgenden Momenten flache Sprachformen der Anerkennung verwenden. Eine Art des Zugeständnisses , das das betrachtete Gemälde in UNS eine klare eigentümliche Wirkung auslösen konnte, bevor WIR UNS UNSEREM Gesprächspartner zuwenden.

Bekannt sind UNS die Beschreibungen von gefühlten Lautgemälden, um ausweichend, über eine erlebte Analogie, Inhalte mit UNSEREM Gesprächspartner zu teilen.
WIR wählen den Gleichklang von Farbe und Ton und transponieren die Beschreibung UNSERES „visuellen“ Erlebnisses in den Bereich von räumlich beschriebenen Klangbildern, die sich erzählend auf alle Sinne erstrecken.
WIR erkennen es ALLE, das UNSER Alltag angefüllt ist von Beschreibungen die sich auf intellektuelle Art nicht mit dem Verstand bestätigen lassen ; von Mitteilungen, die sich der Empfindung einer fremden Person entziehen.
Genau an diesem Scheide-Punkt trennen sich gefühlte Ansichten von meßbaren Größen, und führen zu Unterscheidungen.
Der Moment, meiner „besseren Hälfte“ zu vertrauen.
Vertrauen WIR UNSERER „Besseren Hälfte, die in UNS schlummert, so öffnet sich UNS ein NEUER Erlebens-Hintergrund.
Ein Hintergrund, der schon in UNS angelegt ist , den es zu beleben gilt.
Und dieses Beleben des im Betrachter Ruhenden ist die Aufgabe als gestaltender Maler .
Für das „Ich des Publikums“, das mir während der Arbeit in Gedanken begegnet, ein Instrument zu erschaffen, das den Erlebenskreis eines „Ich“s zum Erklingen bringt. –
WIR als Publikum erleben, wie WIR in der Begegnung mit dem Gemälde an jenem Punkt beginnen an dem jeder Maler mit seinem Werk fort-fahren würde.
Der Betrachter ist und verbindet sich als „Die Bessere Hälfte“ mit dem Gemälde, Um es zu vollenden.
Es verbleibt Ihnen meine Damen und Herren die Freiheit, sich auf UNSER Erlebnis einzulassen
Ein Bild ist eine Erzählung in einen einzigen Betrachtungsmoment gebannt.
Dieser Moment, erwacht in seiner „Besseren Hälfte“, in S-EINeM Publikum.

Das WIR als Publikum trägt die Eigenschaft, das der Maler nicht gesondert aus diesem WIR heraus vorstellbar ist.
Das WIR umschließt den arbeitenden Schöpfer eines Werkes ebenso wie den gefesselten Betrachter. Unabhängig davon ob sie anwesend sind oder nicht .
Der essentielle Teil dieser Arbeitsweise ist das der Betrachter sich gelöst oder getrennt fühlt von dem Maler. Der MALER wiederum zeigt in sich keine Chance in dem Betrachter etwas hervorzurufen , wenn das Grundprinzip des Wachrufens in dem Betrachter nicht bereits eingebettet ist
Nicht der Maler ist derjenige der vorgibt, was im Betrachter zum Erlebnis wird, sondern das im Betrachter offenliegende Potential, sich mit den in im liegenden Möglichkeiten auseinander zu setzen.