Vom Gast geschrieben
Über die „Kultur der Kunst“

Eine Zeichnung erzählt

Da Du Dich jetzt bereit-machst, Dich „hinsetzt und Dir die „Zeit nimmst“ etwas Neues über das Zeichnen zu lernen, „ist es NUN an Der Zeit“, Dir vorzulegen, dass Du wie¿ selbstverständlich Zeichnen können musst, um Dich mit dem Thema „Zeichnen“ auseinander zu·setzen.

Wir sitzen jetzt also zusammen, als ein ruhendes Text-Bild, ein beredt aufgeweckter Leser und ein sicher-Licht gespannter Zuhörer. Dieses Auffächern oder Darlegen unterschiedlicher gemeinsamer Aufgaben ist „Das Zeigen von eigenem Interesse“, einer sich aus dem Hintergrund herauslösenden und abzeichnenden Inneren Bewegung, die während Deiner Vorstellung forMEN und Gestalt annehmen soll.
Selbstredend nennst Du diese selbstverständliche Grundhaltung „ICH lese.“ —
Ledig-Licht Dein momentanes Interesse, Dir etwas vorzulesen hindert Dich JETZT noch daran Zeichnen zu können. – Und diese wenig beobachtete Verschiebung von Prioritäten gilt es zu erkennen.
Nochmals genauer:
Mit dem aktuellen Lesen, der Ernte, der Lese dieses Textes verhinderst Du augenblicklich die Tätigkeit eigenständig eine Zeichnung zu erstellen. Du kannst entweder selber Zeichnen oder „über“ „ZEICHNEN LESEN“, aber nicht beides gleichzeitig. – Das eben geschilderte Detail erzählt Dir, als ein gewendeter Gedankenlauf, wie hinter dem Geschehen des Beobachtens ebenfalls eine bereits ablaufende Erzählung gelesen wird. — Deine Aufmerksamkeit ist also im Augenblick auf etwas gelenkt, das „noch über“ dem Zeichnen gelagert ist; oder worin das Zeichnen vollständig ein gebettet ist. Das wirkliche Wunder wird die Erzählung werden, die mit dem Stift in einen einzigen Augenblick des beobachteten Betrachtens zusammengefasst ist.—
Das Was dabei im ersten Ansatz dieses Wortschwalls ein wenig ungewohnt klingt, ist die Tatsache; Du musst wesentlich besser Zeichnen können und wesentlich mehr vom Zeichnen verstehen, um SELBST über das Zeichnen LESEN zu können, als es Dir bisher von Aussen her, aus Deiner Umgebung beigebracht worden ist. –
Dein Können zu „zeichnen“ liegt oder ruht bereits in Deinem eigenen Inneren.

Auch wenn es am Anfang ein wenig ungewohnt klingt; es kommt öfters vor, dass Du Dir etwas nicht zutraust, weil Dein aktuelles Können Dir einredet, Du hättest nicht die genügende Übung, um an dieser Stelle Deiner Eigenen Beurteilung mithalten zu können.

Das ist wirklich wichtig, diesen einen kurzen Absatz Deines eigenen ständigen Selbstgesprächs ganz klar zu verstehen: Es ist Dein unveräusserliches Talent (des Lesens), das Dir klipp und klar erzählt, „Erst mit andauernder Praxis und erkennbarer Übung kann ICH MEINE, das heisst „DU SELBST“ DEINE beobachtet gesehen erzählte Geschichte vollständig wiedererkennen und damit „gut heissen“.

Dein „Zeichnen-Können“ kannst Du Dir indirekt ins Bewusstsein rufen, indem Du Dir bestehende Zeichnungen vorlegst und ansiehst, betrachtest und Dir die Herkunft sowie den an einer Zeichnung erkennbaren Reifegrad herausliest. — Du wirst sofort einen Stil-Charakter und die Übung im Zeichnen an dem Vorgelegten erkennen. … Und das Folgende ist JETZT wirklich wichtig für das Kommende:
„Um daran Fehler zu erkennen musst Du selbstverständlich nicht praktisch Zeichnen können!!!“ – Das ist das wirklich erstaunliche Paradoxon: Dein „aktives Zuhören, oder einen erzählenden Zeichensatz lesen“ dieses Talent der Beobachtung ist bereits wesentlich feiner ausgebildet als Deine „händische Fertigkeit“, die fortwährend praktischer Übung bedarf.
Diese mehrfach gemeinsame Perspektive gilt es JETZT wirklich zu erkennen, um während der folgenden Praxis unterschiedlicher Ausarbeitungen diesen elementaren und zeitfrei geschwinden Wechsel der eigenen inneren Aspekte ständig in der Aufmerksamkeit „zu·halten“.

Dieses „ZU·HALTEN“ ist das Zusammenreißen, das die Disziplin der eigenen inneren Vorgehensweise kenn-zeichnet. – Disziplin ist also nicht auf das Verharren in einer Tätigkeit angelegt, sondern auf einen ständig umlaufenden Wechsel der Beobachtungs-Aspekte, die VON ALLEINE statt-finden. – Denn bevor Du einen Stift in die Hand nimmst, wirst Du selbstverständlich sorgfältig beobachten, was Du eigentlich im folgenden mit Deiner zusammenfassenden Darstellung erzählen möchtest.

Ganz Präzise gesprochen Du suchst nicht nach etwas, das nicht DA ist, sondern „statt dass Du etwas findest“ 1·ST Dir bereits das Gegebene präsentiert. — Dieser marginale Unterschied ist derart tiefgreifend und essentiell dass Du ihn in der „Kultur der Kunst“ nur versteckt angesprochen hören wirst.

Wir werden das was da ist einfach zeichnend konturieren und das im wesentlichen Offenbare erzählend aus dem Flimmern des Hintergrundes hervorheben.

Du kannst wirklich auf Dein Können vertrauen! UND:
Für’s Erste 1ST Dein Können selbstredend über die Fehler-Erkennung Präsent.
Diese eine selbstverständliche Gabe ist als ein Geschenk Dein erster Zugang.
Denn eine jede Zeichnung lebt vom Zuhören und Umsetzen einer geschilderten Beobachtung.